swadi.de - Sascha Wolfgang Adrian

Marathon Läufe
Die Laufbegeisterung hatte mich seit Anfang 2003 gepackt. Der eigentliche Auslöser war der traditionelle Gerbermühllauf am Frankfurter Mainufer für Ruderer. Dort konnten wir unser Training auf die Probe stellen und uns mit anderen Ruderern aus der Region messen, wonach wir uns mach all dem Wintertraining lange sehnten. In einem starken Feld lief ich die Strecke von 5000m als zweitschnellster mit einer Zeit von 20:12,95 Minuten durchs Ziel. Ich musste meinen alljährlichen Laufpartner Dominic doch vor mir über die Ziellinie laufen lassen, wobei ich mich mit einem Start in einer niedrigeren Altersklasse noch mal geschickt aus der Affäre gezogen hatte.

Doch dieser Lauf erweckte bei uns ein regelrechtes Lauffieber und fanden wir komischerweise auf einmal Gefallen an dem früher doch so verhassten Laufsport. Gemeinsam motivierten wir uns und setzten uns als Ziel, im aktuellen Jahr an einem Marathon mitzulaufen.

Den Plan haben wir dann am 22. Eurocity Marathon Frankfurt (26.10.2003) in die Tat umgesetzt.

Seit meinem Unfall im Jahr 2005 habe ich an keinem Marathon mehr teilgenommen, doch das ist mein Ziel für die nächsten Jahre. Derzeit bestitze ich nur ein Vorspannbike für den Rollstuhl. Für eine erfolgreiche Teilnahme am Marathon ist jedoch ein Ligend-Handbike nötig.



22. Eurocity Marathon Frankfurt am 26.10.2003 PDF Drucken E-Mail
Samstag, 01. März 2008 um 16:18

die letzten Qualen kurz vor dem Ziel...Wie kommt man als Ruderer bloß auf die verrücke Idee, an einem Marathon teilnehmen zu wollen? Die Geschichte wurde nahm letzten Winter während einem etwas langweiligen Training ihren Lauf, als Dominic Schwöbel und ich mal wieder unsere Winter Km auf dem Wasser absolvierten. Wir wetteten, dass wir im Jahr 2003 an einem Marathon teilnehmen wollen. Das allwöchentliche Lauftraining muss doch noch zu mehr nützlich sein als die Ruderausdauer zu verbessern.

Und so begonnen wir unser Lauftraining etwas ernster zu nehmen und trainierten auf unser erstes Ziel hin: Der Mainz Marathon, auf den sogar unser Trainer Udo Hild bei der Organisation mithilft. Wir entschieden uns nur den halben Marathon zu laufen, da das Laufereignis in Mitten der Rudersaison liegt. Dominic fühlte sich nach der Hälfte noch so fit, dass er spontan noch eine Runde draufpackte.

Doch unser Ziel war die Teilnahme am diesjährigen 22. eurocity Marathon in Frankfurt, dem ältesten deutschen Stadtmarathon. Als Hesse also ein Muss.

Das Startdatum nach der Rudersaison gab uns etwas Luft, um die langen Läufe zu üben. Nach ca. 4 langen Läufen über 2:00 bis 2:30 Stunden fühlten wir uns gut vorbereitet und fieberten dem Ereignis schon entgegen.

Die Nudelparty und der Tag davor

Die traditionelle Nudelparty am Samstag vor dem Lauf sollte letztendlich unsere Kohlenhydratspeicher noch einmal auffüllen und sorgte beim gemütlichen Beisammensein der Läufer für grandiose Stimmung. Nach dem Abholen unserer Starterunterlagen war uns klar: Nun gibt es kein Zurück mehr. Die Anspannung erreichte nun natürlich ihren Höhepunkt und somit verlief der restliche Tag in großer Anspannung.

Der große Lauf

Und am nächsten Tag war es endlich soweit. Dominic und ich versammelten uns im schwarzen Block, der für eine geplante Endzeit von 4 Stunden stand. Inmitten von 13.320 Läuferinnen und Läufer standen wir und kurz vor 11 begann der Countdown. Die Menge zählte von 10 runter bis auf 0 und ein grandioses Gejubel brach aus. Doch vorerst bewegte sich nichts. Nach 4 Minuten erreichten auf wir endlich die Startlinie.

Der Wegesrand war voll mit klatschenden Zuschauern, die uns mit Schildern Mut machten. So liefen wir Seite an Seite mit froher Miene der Menge hinterher. Die Frankfurter Skyline präsentierte sich von seiner Besten Seite. Die Sonne kam raus und somit konnte man die winterlichen Temperaturen von ca. 5°C bestens aushalten. Das Pokerspiel mit der richtigen Kleidung ging auf, denn ich hatte mich gegen eine Laufjacke entschieden. Die ersten 10km gingen wie im Flug durch die City mit Ihrer beeindruckenden Skyline vorüber und wir fanden nun schließlich unser Tempo, das eine Zeit von knapp unter 4 Stunden entsprach. Schon ab 10km verspürte ich einen leichten Schmerz auf der Außenseite meines linken Kniegelenkes. „Komisch“, dachte ich, „so etwas hatte ich noch nie während meines Trainings bemerkt“. Doch die auf der Strecke verteilten Feste mit Tanz und Musik und den mutmachenden Zuschauern ließ schnell alle Schmerzen vergessen und wir beide genossen sichtlich unseren Lauf.

Dominic und ichDie Streckenführung verlief weiter durch Sachsenhausens Wohngebiete Richtung Höchst. Die Kniebeschwerden wurden immer größer und ich versuchte Abhilfe durch ein verändertes Abrollen über die Fersen. Dadurch gelang es mir meine Beschwerden etwas zu mindern. Doch wie die Zeitenauswertung ergab, brachen wir ab 30km mit unserer Geschwindigkeit ein und konnten so unsere Endzeit von 4 Stunden nicht mehr halten. Da dies jedoch der erste Marathon war, interessierte uns unsere Endzeit nicht sonderlich und wir hörten auf unseren Körper, der uns die Geschwindigkeit vorgab. Wir wurden zwar auf dieser Strecke von einigen überholt, sahen aber auch viele, die am Wegesrand erschöpft stehen blieben oder sich sogar von Notarzt aufsammeln ließen. Dies motivierte uns umso mehr nicht aufzugeben und wir hielten die uns ewig vorkommende lange Strecke der Mainzer Landstraße durch. Ab 37km stand die Frankfurter Skyline greifbar nahe und kamen somit unserem Ziel immer Näher. Wir konnten unser Tempo sogar ein wenig steigern. Allerdings nicht aus eigenem Willen: Die Zuschauermenge neben der Laufstrecke wurde wieder mehr und feuerte uns auf den letzten 4km so richtig an. Doch schon bald erreichten wir die Frankfurter Festhalle. Den Einlauf auf rotem Teppich, einer großen Lichtershow mit Musikprogramm und 6000 beifalljubelnden Zuschauern werde ich so schnell nicht vergessen. Zusammen mit Dominic überquerte ich letztendlich nach 42,195km die Ziellinie und war stolzer Besitzer einer Finisher-Medallie.

Fazit

Der 22. Frankfurter eurocity Marathon war ein voller Erfolg und unser großes Ziel, einmal bei einem Marathon teilzunehmen, war erfüllt. Ich hatte mir zwar geschworen, die Strapazen kein zweites Mal auf mich zu nehmen, denke allerdings nach diesem grandiosen Erlebnis auf einen zweiten Start im nächsten Jahr nach.

Das Lauffieber hat uns beide auf jeden Fall gepackt und unser nächster Start auf dem Gutenberg-Marathon über die Halbdistanz von 21,1km steht schon fest.

Zeiten:

 

5 km 0:31:40
10 km
0:58:50
15 km
1:26:12
20 km
1:54:24
Halbmarathon 2:01:01
25 km 2:23:30
30 km 2:54:28
35 km 3:27:41
40 km
4:02:37
Aktualisiert ( Samstag, 01. März 2008 um 16:37 )
 
4. Mainzer Gutenbergmarathon am 11.5.03 PDF Drucken E-Mail
Samstag, 01. März 2008 um 16:12
Hier der Bericht von meinem Laufpartner Dominic Schwöbel:

Wie alles begann...

Nach Jahren des winterlichen Lauftrainings kamen Sascha und ich auf die Idee, endlich Nutzen aus dem (fast) alltäglichem Gerenne zu ziehen. Wir wollten an einem Halbmarathon teilnehmen! Der alljährliche Gutenberg-Marathon in Mainz kam uns nur zu Recht gelegen.

Also haben wir uns einfach mal angemeldet. Die Teilnahmebestätigung kam dann auch bald. Sascha sollte die Startnummer 5904 bekommen und ich die 5903.

Nur zur Info: Je besser die angestrebte Zeit bei der Anmeldung, desto niedriger die Startnummer. Wir bekamen wie alle anderen Erstläufer eine Nummer über 5000 und mussten so ganz hinten starten.

Marathon-Messe und Nudel-Party

Die Zeit und mehr oder auch vielmehr weniger Laufstunden vergingen als plötzlich "Samstag, 10. Mai 2003" auf dem Kalender stand. Einen Tag vor dem Marathon schwungen wir uns auf unsere Fahrräder und begaben uns nach Mainz zur Rheingoldhalle. Dort besuchten wir die Marathon-Messe und wollten zuvor kurz unsere Startunterlagen abholen - aber wir hatten bei der Anmeldung "korrekte Zeitnahme durch Leihchip" oder so ähnlich angekreuzt. Also konnten wir erstmal eine halbe Stunde an dem Stand von MIKA Timing anstehen.

Nachdem wir die Pfandgebühr also bezahlt hatten, erhielten wir den Chip und unsere Startunterlagen - welche die Startnummer, Sicherheitsnadeln zum Befestigen, einen Kleiderbeutel zur beaufsichtigten Aufbewahrung während dem Marathon und etliche (essbare) Werbeartikel enthielten. Wir verbrachten noch etliche Zeit auf der Laufmesse als endlich um 16 Uhr die Pasta-Party eröffnet wurde. Ahh... Soviele Nudeln wie wir wollten, allerdings durfte man nur einmal Essen holen. Währenddessen lief das Unterhaltungsprogramm (Vorstellung der Profiläufer, Tipps zum Laufen usw.) fort.

Der Halbmarathon

Gut gelaunt beim HalbmarathonAm Tag des Marathons traf ich morgens am Raunheimer Bahnhof nur mit meinem blauem Kleiderbeutel bepackt auf weitere Marathonis. Nachdem ich mit einer Hundertschaft an Läufern/Läuferinnen in Mainz-Kastel eintraf, begab ich mich per pedes zum Start an der Rheingoldhalle, gab meinen Kleiderbeutel in der Rathausgarage ab und machte mich auf dem Weg zu meinem Startplatz warm. Dort traf ich auch endlich auf Sascha, der mit seinem Vater nach Mainz gelangte.

Um 9 Uhr 30 war dann auch schon Startschuss. Es ging endlich vorwärts - ganze zwei Meter - dann war Schluss. Nach weiteren endlosen zehn Minuten konnten wir endlich loslaufen. Da sich vor uns etwa 900 Erstläufer und 5000 weitere Läufer befanden, war an eine gute zu erreichende Zeit gar nicht erst zu denken.

Während sich die Masse zwischen den Zuschauern langsam vorwärts bewegte, waren wir damit beschäftigt alles langsame zu überholen. 3 Kilometer später erblickten wir die erste Verpflegungsstelle, wir waren jedoch nicht die einzigen, die etwas trinken wollten. So staute sich schon wieder alles.

Kurz danach - bei der Straße "Am Schützenweg" - sahen wir auf der anderen Straßenseite schon die Eliteläufer entgegenkommen. Sie hatten schon etwa 4000 Meter Vorsprung. Wir ließen uns jedoch nicht beirren und liefen den Weg durch Mz-Mombach weiter.

Nach insgesamt 12 Kilometern hatten wir auch schon Neustadt hinter uns gelassen, vor uns der Mainzer Dom. Die Musik am Start war durch die Altstadt bis hierher zu hören.

Als wir die Wendepunktschleife nach Weisenau bei km 14 erreichten, hatten die ersten Läufer bereits den Halbmarathon beendet. 6 weitere Kilometer später erreichten wir den letzten Verpflegungspunkt vor dem Ziel. Sascha steigerte sofort danach seine Geschwindigkeit, da er um jeden Preis den Halbmarathon vor mir beenden wollte. Bis ich das bemerkte, war er jedoch schon weg.

Noch eine Runde / Vollmarathon

Auf halber Strecke...Dreihundert Meter vor dem Ziel sah ich zwei Schilder: "Halbmarathon rechts" stand auf dem einem; "2. Runde/Marathon links" war auf dem anderem zu lesen.

Da ich durch den langsamen Start nur eine schlechte Zeit erreicht hätte und ich mich noch recht fit fühlte, lief ich kurzerhand nach links (Wir hatten ja schließlich für 42 km bezahlt).

Vor mir waren auf einmal nur noch wenige Läufer. Die Mehrheit lief anscheinend nur den Halbmarathon, dachte ich.

Kurz nach einer Zeitnahmestation, welche die Halbmarathonzeit für alle Läufer aufnahm, sah ich rechts neben mir hinter einer Absperrung meinen Sportsfreund Sascha. Er war also nun schon fertig - ich aber hatte noch 21,6 Kilometer vor mir.

500 Meter hinter dem Ziel ging es nach rechts über die Theodor-Heuss-Brücke nach Kostheim zu dem Streckenabschnitt, der nur in der 2. Runde gelaufen wurde.

Auf der anderen Rheinseite lagen nun 6,3 km durch die Wiesbadener Stadtteile Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim vor mir. Die Temperatur hatte an diesem sonnigen Tag bereits einen hohen Stand erreicht. Also entschloss ich mich, meine Laufgeschwindigkeit zu senken.

In Kostheim war mächtig was los! Einige Vereine hatten Bühnen aufgestellt und sorgten auch anderweitig für Unterhaltung und Motivation.

Nachdem ich wieder auf der Mainzer Rheinseite bei Kilometer 27 war, musste ich mit ansehen wie ein Verpflegungsstand direkt vor meiner Nase geschlossen wurde. Das war zwar nur einer der vielen kleinen Stände, der letzte lag jedoch zwei Kilometer hinter mir. Die Sonne knallte und das Wasser zum Abkühlen aus dem Schwamm, den ich die ganze Zeit bei mir trug, war schon längst leer. Irgendwann sah ich einen herbeigesehnten Wasserstand in der Nähe, der nächste Verpflegungsstand bei km 30 kam dann auch bald.

Meine Fußmuskulatur, die solch lange Strecken nicht gewohnt war, meldete sich schon lange. An Aufgeben dachte ich nach der bereits zurückgelegten Strecke gar nicht erst. 12 Kilometer zum Ziel - so kurz erscheint einem dies nur, wenn man schon 30 km hinter sich hat.

Lange passierte nicht viel. Zuschauer hatte ich schon lange nicht mehr gesehen, bis ich irgendwann bei km 39 in der Altstadt eintraf. Meinen inneren Schweinehund hatte ich bereits mit bloßen Händen erlegt. Nur noch 3000 Meter. Die zuschauende Menschenmenge sorgte für einen zusätzlichen Motivationsschub.

Endlich Zieleinlauf !!! Jeder Läufer wurde von dem Kommentator über die Lautsprecheranlage empfangen und erhielt eine Medallie. Erstmal was trinken und dann Dehnübungen, dachte ich. Wenig später traf ich auch schon auf Sascha und auf Herrn Hild, der gar nicht glauben konnte, was ich getan hatte.

Fazit

Der 4. Gutenberg-Marathon war insgesamt sehr gut durchorganisiert. Durch die Möglichkeit Halbmarathon zu laufen und die hohe Mindestzeiten (2:45 für Halbmarathon, 5:30 für Marathon), eignet er sich besonders auch für (Lauf-)Anfänger und ältere Sportler. Das Geschehen wurde im SWR übertragen und es gab Zieleinlauffotos.

Im nächsten Jahr sind wir auf alle Fälle wider mit am Start. Unser nächstes Ziel wird allerdings erst noch der Marathon in Frankfurt am 26. Oktober sein. Das Lauffieber hat uns voll gepackt.

medallieZeiten:

Dominic Schwöbel:

1. Hälfte: 01:53:52

2. Hälfte: 02:20:26 (Marathon)


Sascha Adrian

1. Hälfte: 01:52:22 (Halbmarathon)
Aktualisiert ( Mittwoch, 05. März 2008 um 15:43 )
 

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