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Wie kommt man als Ruderer bloß auf die verrücke Idee, an einem Marathon teilnehmen zu wollen? Die Geschichte wurde nahm letzten Winter während einem etwas langweiligen Training ihren Lauf, als Dominic Schwöbel und ich mal wieder unsere Winter Km auf dem Wasser absolvierten. Wir wetteten, dass wir im Jahr 2003 an einem Marathon teilnehmen wollen. Das allwöchentliche Lauftraining muss doch noch zu mehr nützlich sein als die Ruderausdauer zu verbessern.
Und so begonnen wir unser Lauftraining etwas ernster zu nehmen und trainierten auf unser erstes Ziel hin: Der Mainz Marathon, auf den sogar unser Trainer Udo Hild bei der Organisation mithilft. Wir entschieden uns nur den halben Marathon zu laufen, da das Laufereignis in Mitten der Rudersaison liegt. Dominic fühlte sich nach der Hälfte noch so fit, dass er spontan noch eine Runde draufpackte.
Doch unser Ziel war die Teilnahme am diesjährigen 22. eurocity Marathon in Frankfurt, dem ältesten deutschen Stadtmarathon. Als Hesse also ein Muss.
Das Startdatum nach der Rudersaison gab uns etwas Luft, um die langen Läufe zu üben. Nach ca. 4 langen Läufen über 2:00 bis 2:30 Stunden fühlten wir uns gut vorbereitet und fieberten dem Ereignis schon entgegen.
Die Nudelparty und der Tag davor
Die traditionelle Nudelparty am Samstag vor dem Lauf sollte letztendlich unsere Kohlenhydratspeicher noch einmal auffüllen und sorgte beim gemütlichen Beisammensein der Läufer für grandiose Stimmung. Nach dem Abholen unserer Starterunterlagen war uns klar: Nun gibt es kein Zurück mehr. Die Anspannung erreichte nun natürlich ihren Höhepunkt und somit verlief der restliche Tag in großer Anspannung. Der große Lauf Und am nächsten Tag war es endlich soweit. Dominic und ich versammelten uns im schwarzen Block, der für eine geplante Endzeit von 4 Stunden stand. Inmitten von 13.320 Läuferinnen und Läufer standen wir und kurz vor 11 begann der Countdown. Die Menge zählte von 10 runter bis auf 0 und ein grandioses Gejubel brach aus. Doch vorerst bewegte sich nichts. Nach 4 Minuten erreichten auf wir endlich die Startlinie.
Der Wegesrand war voll mit klatschenden Zuschauern, die uns mit Schildern Mut machten. So liefen wir Seite an Seite mit froher Miene der Menge hinterher. Die Frankfurter Skyline präsentierte sich von seiner Besten Seite. Die Sonne kam raus und somit konnte man die winterlichen Temperaturen von ca. 5°C bestens aushalten. Das Pokerspiel mit der richtigen Kleidung ging auf, denn ich hatte mich gegen eine Laufjacke entschieden. Die ersten 10km gingen wie im Flug durch die City mit Ihrer beeindruckenden Skyline vorüber und wir fanden nun schließlich unser Tempo, das eine Zeit von knapp unter 4 Stunden entsprach. Schon ab 10km verspürte ich einen leichten Schmerz auf der Außenseite meines linken Kniegelenkes. „Komisch“, dachte ich, „so etwas hatte ich noch nie während meines Trainings bemerkt“. Doch die auf der Strecke verteilten Feste mit Tanz und Musik und den mutmachenden Zuschauern ließ schnell alle Schmerzen vergessen und wir beide genossen sichtlich unseren Lauf.
Die Streckenführung verlief weiter durch Sachsenhausens Wohngebiete Richtung Höchst. Die Kniebeschwerden wurden immer größer und ich versuchte Abhilfe durch ein verändertes Abrollen über die Fersen. Dadurch gelang es mir meine Beschwerden etwas zu mindern. Doch wie die Zeitenauswertung ergab, brachen wir ab 30km mit unserer Geschwindigkeit ein und konnten so unsere Endzeit von 4 Stunden nicht mehr halten. Da dies jedoch der erste Marathon war, interessierte uns unsere Endzeit nicht sonderlich und wir hörten auf unseren Körper, der uns die Geschwindigkeit vorgab. Wir wurden zwar auf dieser Strecke von einigen überholt, sahen aber auch viele, die am Wegesrand erschöpft stehen blieben oder sich sogar von Notarzt aufsammeln ließen. Dies motivierte uns umso mehr nicht aufzugeben und wir hielten die uns ewig vorkommende lange Strecke der Mainzer Landstraße durch. Ab 37km stand die Frankfurter Skyline greifbar nahe und kamen somit unserem Ziel immer Näher. Wir konnten unser Tempo sogar ein wenig steigern. Allerdings nicht aus eigenem Willen: Die Zuschauermenge neben der Laufstrecke wurde wieder mehr und feuerte uns auf den letzten 4km so richtig an. Doch schon bald erreichten wir die Frankfurter Festhalle. Den Einlauf auf rotem Teppich, einer großen Lichtershow mit Musikprogramm und 6000 beifalljubelnden Zuschauern werde ich so schnell nicht vergessen. Zusammen mit Dominic überquerte ich letztendlich nach 42,195km die Ziellinie und war stolzer Besitzer einer Finisher-Medallie. Fazit
Der 22. Frankfurter eurocity Marathon war ein voller Erfolg und unser großes Ziel, einmal bei einem Marathon teilzunehmen, war erfüllt. Ich hatte mir zwar geschworen, die Strapazen kein zweites Mal auf mich zu nehmen, denke allerdings nach diesem grandiosen Erlebnis auf einen zweiten Start im nächsten Jahr nach.
Das Lauffieber hat uns beide auf jeden Fall gepackt und unser nächster Start auf dem Gutenberg-Marathon über die Halbdistanz von 21,1km steht schon fest.
Zeiten: | 5 km | 0:31:40 | 10 km
| 0:58:50 | 15 km
| 1:26:12 | 20 km
| 1:54:24 | | Halbmarathon | 2:01:01 | | 25 km | 2:23:30 | | 30 km | 2:54:28 | | 35 km | 3:27:41 | 40 km
| 4:02:37 |
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